Durch Photovoltaikanlagen auf den Dächern und an einzelnen Fassaden des Klinikums sollen 1,2 GWh Strom erzeugt werden – jedes Jahr. Das Klinikum Darmstadt will im offenen Wettbewerb möglichst viel photovoltaische Leistung mit den verfügbaren Mitteln aufbauen. Dafür wurden mehrere Tausend Quadratmeter verfügbare Flächen auf unverschatteten Dächern und einzelnen Fassaden ausgewiesen.
Der bei Voruntersuchungen errechnete mögliche Ertrag der PV-Anlagen liegt bei 1,2 Millionen kWh (1,2 GWh) pro Jahr, das entspricht ca. 7,3% des Gesamtstromverbrauchs des Klinikums und könnte aufgrund des vorliegenden Grundlastbedarfs ohne Zwischenspeicherung direkt verbraucht werden.
Die Ausschreibung ist im Jahr 2026, die Ausführung 2027 geplant.
Die Maßnahmen
Die geplanten Maßnahmen sollen exemplarische Schritte zur Umstellung auf erneuerbare Energien oder zur Verbesserung der Energieeffizienz, des Energieeinsatzes oder des Energieverbrauchs in Krankenhäusern durch bereits etablierte und am Markt verfügbare Technik aufzeigen. Insgesamt sollen jährlich 3,9 Millionen Kilowattstunden Energie und über 1.000 Tonnen Treibhausgasemissionen eingespart werden.
Photovoltaik

Wärmerückgewinnung aus Druckluftanlagen
Die ohnehin bei der Erzeugung von Druckluft anfallende Abwärme soll für die Wärmeversorgung verwendet werden, statt sie ungenutzt an die Umgebung abzugeben.
Derzeit befinden sich in der Energiezentrale des Klinikums drei Druckluftkompressoranlagen ohne Wärmerückgewinnung, deren Abwärme über Luftauslässe auf der Geräteoberseite an die Raumluft abgegeben wird.
Durch den Einsatz von Wärmerückgewinnungsanlagen kann diese Wärme nutzbar gemacht werden und zur Heizungsunterstützung verwendet werden. Da die Energiezentrale ein reines Technikgebäude ist, liegt keine unmittelbare Wärmesenke in räumlicher Nähe. Eine sinnhafte Einbindung ist daher im Bereich des zentralen Heizungspufferspeichers oder als Unterstützung der angrenzenden Wärmeerzeugungsanlagen durch eine Rücklauftemperaturanhebung.
Über die Nachrüstung von Wärmerückgewinnungsmodulen können etwa 72% der Abwärme nutzbar gemacht werden – etwa 40 kW Abwärme lassen sich zurückgewinnen und sinnvoll nutzen.
Die Planung und Ausführung sind zusammen mit der Wärmerückgewinnung aus der Kälteerzeugung in den Jahren 2028 – 2029 vorgesehen.
Sanierung Gebäudehüllen
Unser Hochhaus unter dem prägnanten Hubschrauberlandeplatz und ein weiteres Altgebäude aus unserem Bestand sollen gedämmt werden. Obwohl das Klinikum Darmstadt über einen vergleichsweise neuen Gebäudebestand verfügt, werden auch noch Altgebäude genutzt. Im Zuge einer Voruntersuchung wurden zwei dieser Gebäude identifiziert, deren Energiebedarf besonders negativ ins Gewicht fällt und deren Hülle nun gedämmt und saniert werden soll – etwa die frühere chirurgische Klinik, ein Hochhaus aus den sechziger Jahren.
Positiver Nebeneffekt wäre etwa die Abwendung der sommerlichen Überhitzung der hinter großen unverschattet nach Süden orientierten Fenster gelegenen Patientenzimmer. Neben dem Klimaschutz ist die geplante Sanierung also eine Maßnahme zur Klimafolgenanpassung und zum Schutz der vulnerablen Patientinnen und Patienten vor der sommerlichen Hitze.
Wie das aussehen könnte, zeigt eine Visualisierung aus dem Jahr 2018 – hier noch ohne den zwischenzeitlich darüber errichteten Hubschrauberlandeplatz. Die Planung und Ausschreibung sollen 2027 erfolgen, die Ausführung in den Jahren 2028-2029.
LED-Beleuchtung Tunnelanlage
Umstellung von notwendiger Dauerbeleuchtung auf LED-Technik, um durch den geringeren Energiebedarf dauerhaft Einsparungen zu erzielen.
Die Beleuchtung im Klinikum Darmstadt wurde schon weitgehend auf LED umgestellt. Aber gerade in den nicht öffentlich zugänglichen, unterirdischen Versorgungstunneln brennen noch rund um die Uhr tausende Leuchtstoffröhren, die aufgrund des fehlenden Tageslichts nicht einmal geschaltet werden können. Hier lohnt sich der Einsatz von effizienterer LED-Technik und Präsenzsteuerungen. Die Umsetzung ist im Jahr 2026 geplant.
Einbau von Wärmepumpen
Integration von Wärmepumpen in die Wärmeversorgung: Aktuell werden zwei Altgebäude durch neuere Gaskessel (Baujahr 2023) mit Wärme versorgt. Hier wird der Einsatz von Wärmepumpen für die Grundlast vorbereitet unter Beibehaltung der Gaskessel zum Spitzenlastausgleich. Die Umsetzung ist im Jahr 2028 geplant.
Die zentrale Wärmeversorgung befindet sich technisch auf aktuellem Stand. Hier eignen sich Wärmepumpen nicht, da aufgrund hygienischer Anforderungen im Krankenhaus hohe Vorlauftemperaturen erforderlich sind. Die Möglichkeiten zur Absenkung des Temperaturniveaus im eigenen Nahwärmenetz soll unabhängig vom Förderprojekt in den kommenden Jahren untersucht werden.
Wärmerückgewinnung aus Kälteerzeugung
Die bei der Erzeugung von Kälte vorwiegend im Sommer anfallende Abwärme soll für die Wärmeversorgung verwendet werden und nicht an das ohnehin schon überhitzte innerstädtische Mikroklima übertragen werden
Für die Abschätzung des Wärmerückgewinnungspotentials wurde angenommen, dass mindestens eine Kältemaschine in Betrieb ist und über das gesamte Jahr eine konstante Grundlast abdeckt. Mit einem mittleren Energie-Effizienz-Kennzahl (EER) resultiert eine anliegende Abwärmeleistung von ca. 241 kW. Hierbei gilt zu beachten, dass es sich um eine Niedertemperatur-Abwärme handelt, welche zur Verwendung durch eine Wärmepumpenanlage auf ein höheres Temperaturniveau gebracht werden muss.
Unter Berücksichtigung der beiden vorhandenen Blockheizkraftwerke beträgt die nutzbare Abwärmemenge rund 1.177 MWh pro Jahr. Die Planung und Ausführung sind zusammen mit der Wärmerückgewinnung aus Druckluftanlagen in den Jahren 2028 – 2029 vorgesehen.